Wie viele verschiedene Pflanzen isst du in einer Woche? Vor ein paar Wochen konnte ich diese Frage nicht beantworten. Also habe ich, motiviert von dem Buch „30 Pflanzen pro Woche“ von Katharina Seiser begonnen zu zählen.
Nicht, weil ich meine Ernährung komplett umstellen wollte, sondern weil ich Lust hatte, meine Mahlzeiten aus einer neuen Perspektive zu betrachten.
Denn Essen ist für mich nicht nur Beruf, sondern auch Alltag. Und wie bei allem, was wir täglich tun, kann Routine auch mal langweilig werden. Dieses kleine Experiment – 30 verschiedene Pflanzen pro Woche – hat mir wieder gezeigt, wie viel Freude, Abwechslung und Leichtigkeit in unserer Ernährung stecken kann.
Was steckt hinter „30 Pflanzen pro Woche“?
In dem gleichnamigen Buch beleuchtet Katharina Seiser gemeinsam mit Theres Rathmanner und Gabriele Berg, wie wichtig pflanzliche Vielfalt für ein gesundes Mikrobiom ist – also für das große Ökosystem in unserem Darm, das mehr mit unserem Wohlbefinden zu tun hat, als wir lange dachten.
Der wissenschaftliche Teil des Buchs ist gut erklärt, motivierend und lädt zum Mitmachen ein. Es geht nicht um Verbote, sondern um die Freude an Vielfalt und Geschmack.
Pflanzliche Vielfalt – was ich an diesem Ansatz liebe:
- Er ist undogmatisch.
Ich kann Fleisch, Käse oder Pasta weiterhin genießen – nur eben ergänzt durch mehr Pflanzen. - Er ist alltagstauglich.
Keine komplizierten Regeln, kein Kalorienzählen. - Er ist spielerisch.
Es macht mir Spaß, neue Zutaten und Kombinationen zu entdecken. - Er ist gut für deinen Körper.
Studien zeigen, dass pflanzlice Vielfalt die Darmflora stärkt – was wiederum mit besserer Verdauung, stabilerem Energielevel und mehr Wohlbefinden einhergeht.
So funktioniert 30 Pflanzen pro Woche
Es ist wirklich ganz simpel, denn man zählt einfach nur die unterschiedlichen Pflanzen, die man pro Woche isst.
Was zählt als Pflanze?
- Obst & Gemüse
- Kräuter & Gewürze
- Hülsenfrüchte
- Vollkorngetreide
- Nüsse & Samen
- Getränke & Genussmittel (Grüntee, Kaffee, Schokolade ab 70%, schwarzer Tee, ...)
Und zwar egal, ob frisch, tiefgekühlt, getrocknet, gegart oder eingelegt.
Und der Clou ist: Tomate ≠ Tomate. Verschiedene Zubereitungsarten zählen nicht doppelt, ABER jede Sorte und Farbe zählt extra. 😄
Wie viel muss es sein, um gezählt zu werden?
Ein gehäufter Esslöffel Nüsse oder Samen reicht schon, genauso wie ein Teelöffel frischer Kräuter.
Bei Obst und Gemüse zählt eine große Handvoll, also z. B. ein Apfel, eine Birne, eine große Karotte oder ein Paprika.
Gegartes Vollkorngetreide (wie Hirse, Quinoa, Naturreis, Dinkelreis, …) zählt auch ab einer großen Handvoll. Das entspricht etwa einem kleinen Schüsserl oder einem Schöpfer voll.
Gegarte Hülsenfrüchte zählen ebenfalls ab einer Handvoll. Das sind in etwa 3–4 gehäuften Esslöffel.
Getränke und Gewürze zählen nur, wenn sie in spürbarer Menge vorkommen: eine Tasse Grüntee oder Kaffee ja, ein Hauch Pfeffer auf dem Ei eher nicht.
Mein Tipp:
Du kannst Pflanzen natürlich auch zusammensammeln. Wenn du z. B. dreimal die Woche ein Butterbrot mit Schnittlauch isst und jedes Mal 1 TL frisch geschnittenen Schnittlauch darüberstreust, dann zählt das.
Es geht nicht um große Mengen, sondern um Vielfalt über die Woche hinweg. Und die kommt oft ganz nebenbei.
Gesunde Ernährung mit mehr Genuss
Ich bin kein Fan von Ernährungstrends und schon gar nicht solchen, die auf Verzicht basieren. Denn mir ist wichtig, dass beim Essen (und Kochen) der Genuss nicht zu kurz kommt.
Bei vielen meiner Kund*innen sehe ich, dass sie aus den unterschiedlichsten Gründen mit ihrer Ernährung hadern. Dabei fehlt es ihnen meistens nicht an Wissen, denn Infos über das, was wir essen sollen, bekommen wir gefühlt immer und überall. Und das vollkommen ungefragt. Es fehlt an Leichtigkeit, Struktur und Motivation.
Warum also nicht einfach mal Pflanzen zählen statt Kalorien? Das gibt dem Ganzen einen spielerischen Rahmen und lenkt den Fokus auf das, was man essen darf.
Was mir 30 Pflanzen pro Woche gebracht hat
Seit ich mich mit dem 30-Pflanzen-Prinzip beschäftige, esse ich bewusster, bunter, abwechslungsreicher und mit mehr Neugierde. Ich bin seltener müde und spüre, dass mein Energielevel stabiler ist. Das „jetzt sofort was essen müssen“ Gefühl ist ebenfalls so gut wie weg – aber das hat sicher auch mit Jessie Inchauspé und ihrem Buch „Der Glukose-Trick“ zu tun. (Dazu gibt’s bald einen eigenen Blog-Artikel. 😊)
Beim Pflanzenzählen geht es um die Vielfalt und die tut mir sehr gut.
Spoiler
Es kann durchaus sein, dass du plötzlich wieder mehr Lust hast zu kochen und einkaufen Spaß macht!
30 Pflanzen pro Woche, ist das was für dich?
Wenn du mit deiner Ernährung nicht wirklich zufrieden bist und nicht weißt, woran es liegt, dann probier es doch einfach mal aus! Du kannst nur gewinnen, wenn du mal eine Woche lang die Pflanzen zählst, die du isst.
Ich garantiere dir, es wird, deinen Blick auf das, was du isst, ändern! Du wirst mit mehr Neugierde einkaufen und dich ganz automatisch gesünder ernähren. Außerdem wirst überrascht sein, wie viele verschiedene Pflanzen du schon isst und wie leicht es ist, noch mehr Vielfalt auf den Teller zu bringen.
Wenn du mehr über das 30 Pflanzen pro Woche Prinzip wissen willst: Das Buch „30 Pflanzen pro Woche“ von Katharina Seiser ist ein wunderbarer Einstieg. Inklusive toller Liste zum Pflanzenzählen!
Wenn du wissen willst, wie eine Woche mit 30 Pflanzen bei mir aussieht, schau gerne in meine Story-Highlights auf Instagram. Eine Woche lang hab ich täglich gepostete, was ich gegessen habe – da gibt’s garantiert ein paar Inspirationen für dich.
Und wenn du 30 Pflanzen pro Woche ausprobierst oder schon ausprobiert hast, freu ich mich natürlich, wenn du mir erzählst, wie’s dir damit geht. 🌱
Du möchtest mehr übers Pflanzenzählen erfahren? Dann ist mein Blogbeitrag 30 Pflanzen pro Woche - meine besten Tipps und Aha-Momente, interessant für dich.