Kochen, Gewicht & Ernährung in den Wechseljahren – meine persönliche Geschichte

Wenn ich heute auf mein Kochen schaue, sehe ich mein ganzes bisheriges Leben. Die Entwicklung von einer dicken Jugendlichen, die alles richtig machen wollte, zu einer jungen Frau, die auf einem Segelschiff in der Karibik die Freiheit kostet und in Wien als Privatköchin arbeitet. Als mein Körper dann in den Wechseljahren die Regeln änderte, war es Zeit, das Kochen und meine Ernährung in den Wechseljahren neu entdecken. In diesem Beitrag erzähle ich dir meine ganz persönliche Geschichte. Vom erstaunlich einfachen Abnehmen in meinen 30ern bis zu den Veränderungen in der Perimenopause und vom Kochen mit meiner Mama bis zu dem, was heute mein Essen prägt: Mehr Wissen über die Vorgänge in meinem Körper (stabiler Blutzucker, Glukose-Trick, Mikrobiom) Pflanzenvielfalt und viel Genuss.

Inhaltsverzeichnis

Meine ersten Erfahrungen mit Essen, Kochen und Körpergefühl

Gegessen habe ich immer schon gerne. Und noch lieber gekocht. Als Kind war es für mich eins vom Schönsten, Zeit mit den Erwachsenen in der Küche zu verbringen. Ich habe beobachtet, mitgeholfen und bald auch schon selbst gekocht. Beim Kochen war ich geschickt, selbstständig und selbstbewusst. Bewegung hingegen war nicht so meine Welt, dabei fühlte ich mich unbeholfen und langsam.

Nur im Wasser war es anders. Beim Schwimmen war mein Körper leichter, ein ungewohntes Gefühl, denn ich war ein festes Kind. Später eine dicke Jugendliche. Mir war es nicht bewusst, aber ich wollte es immer allen recht machen. Ich wollte lieb gehabt werden, nicht anecken – und war doch so anders. Wie sehr mich mein Gewicht, meine Einstellung zur Bewegung und meine Liebe zum Kochen geprägt haben, wurde mir erst viel später klar.

Von der Karibik nach Wien – wie mein Beruf als Privatköchin entstand

Ganz ungeplant hat mich das Kochen durch mein Leben begleitet und war immer treu an meiner Seite. Als Kind war die Küche der Ort, an dem ich ungestörte Zeit mit meiner Mama und meinen Omas verbracht habe. Auf ganz unterschiedliche Art haben sie mich ins Kochen eingeführt, mir Kochtechniken und Rezepte gelehrt und mir dabei gezeigt, wie sie ihre Liebe durchs Kochen ausdrücken.

Zwei Servierplatten mit frischem Thunfisch-Sushi auf einem Holztisch an Deck eines Schiffes vor einer türkisfarbenen Meeresbucht.

Jahre später habe ich mich auf einem Segelboot in der Karibik jahrelang intensiv mit der Karibischen Küche beschäftigt. Mein Wunsch war es, für unsere Gäste täglich etwas Besonderes kochen und ihnen neben dem glasklaren Wasser und den einsamen Ankerbuchten auch den ganz eigenen Geschmack der Inseln zu zeigen.

Schnell habe ich dabei gelernt, flexibel zu sein. Ich habe es geliebt aus einfachen Zutaten etwas Besonderes zu kochen und mich dabei nicht von Perfektion und Rezepten, sondern vom Geschmack leiten lassen.

Zurück in Wien wurde die Nachfrage nach der Karibischen Küche und meinen Kochkursen so groß, dass ich 2012 das Gewerbe der Mietköchin anmeldete. Nicht mit einem Businessplan, sondern weil Menschen gefragt und ich Ja gesagt habe.

Erfolgreich abnehmen mit dem Glukose-Trick: Was ich damals unbewusst richtig machte

Aber nicht nur die Karibik hat mich geprägt, auch mein eigenes Essverhalten hatte immer einen großen Einfluss auf mein Kochen. In den Jahren 2007/2008 habe ich mit dem Punktesystem von Weight Watchers 20 kg abgenommen. Das ist keine Werbung, aber für mich war es damals genau das richtige, weil ich alles essen durfte, solange ich die Punkte im Blick behielt.

Um im Rahmen meiner Punkte richtig satt zu werden, begann ich zu experimentieren. Ich brauchte Volumen, um satt zu werden. Also machte ich abwechslungsreiche Salate und unterschiedlichstes Gemüse, das ich, quasi als Vorspeise, zu Beginn der Mahlzeit aß. Anschließend kamen die Proteine und die geliebten Kohlenhydrate gönnte ich mir zum Schluss.

Dazu kam eine ganz erstaunliche Entdeckung: Ich hatte Freude an Bewegung!

Meine ersten Laufversuche machte ich heimlich, denn ich traute der Sache nicht. Aber schnell merkte ich, wie gerne ich mich bewegte und wie gut es mir tat. Die Kombination aus Ernährung und Bewegung funktionierte für mich so gut, dass ich auch während der Zeit am Schiff weiter dranblieb, ganz ohne wöchentliche Weight Watchers Treffen und die Kilos nur so purzelten.

Heute verstehe ich, warum es mir damals so gut ging. Ohne es zu wissen, habe ich genau nach den Regeln gegessen, die Jessie Inchauspé in ihrem Buch „Der Glukose-Trick“ beschreibt.

Barbara schiebt sich ein Salatblatt in den Mund.

 

  • Gemüse (Ballaststoffe) zuerst, um den Darm auszukleiden

  • Mageres Protein, um satt zu werden

  • Kohlenhydrate ans Ende der Mahlzeit

  • Bewegung nach dem Essen, um den Zucker direkt zu verbrennen

 

Ich hielt dadurch meine Glukosekurve flach, verhinderte starke Blutzuckerspitzen und fühlte mich den ganzen Tag angenehm satt.

Dieses Abnehmen war für mich viel mehr als nur das Verlieren von Kilos. Es war der Weg zu mehr Verständnis und Akzeptanz für meinen Körper und mich. Es war der Weg zu einem neuen Ich.

Warum Diäten in der Perimenopause oft versagen

Doch vor einigen Jahren begann ich wieder zu hadern. Ich nahm zu und die Kilos hielten sich hartnäckig. Ich trackte Kalorien und bewegte mich viel, aber der Erfolg blieb aus.

Warum nehmen viele Frauen in den Wechseljahren zu?

Viele Frauen nehmen in den Wechseljahren zu, weil sich der Hormonhaushalt verändert. Sinkendes Östrogen beeinflusst den Stoffwechsel, die Insulinempfindlichkeit und die Stressreaktion des Körpers. Dadurch reagiert der Körper sensibler auf Kalorienüberschüsse und strenge Diäten funktionieren oft schlechter als früher.

 

Sämtliche Versuche, wieder abzunehmen, waren, nun ja …, zwar nicht erfolglos, aber der Aufwand, den ich betrieb, war das Ergebnis nicht wert. Ich war frustriert, hatte schlichtweg keine Lust auf eine Ernährungsumstellung und eines wusste ich genau: Irgendeine Diät würde ich ganz sicher nicht machen!
So weit, so unbefriedigend.

Erst durch Bücher wie „Das Gehirn in der Menopause“ von Dr. Lisa Mosconi verstand ich, dass sich ab der Perimenopause nicht nur die Hormone, sondern der gesamte Stoffwechsel umstellt. Der Körper reagiert sensibler auf Stress (auch auf das Stresshormon Cortisol durch zu strenge Diäten), und die Insulinempfindlichkeit sinkt. Meine Schwierigkeit, das Gewicht zu halten, war also keine Frage von Disziplin. Die alte Strategie passte einfach nicht mehr zu meiner neuen biologischen Ausgangslage. Diese Erkenntnis war eine riesige Erleichterung. Ich konnte nämlich endlich aufhören, streng zu mir zu sein, und anfangen, meine Bedürfnisse neu kennenzulernen.

Pflanzenvielfalt: Mein bunter Kompass durch die Wechseljahre

Mit diesem neuen Wissen und einem tieferen Verständnis für die Veränderungen in meinem Körper war es gar nicht so schwer, wieder etwas abzunehmen. Nur damit kein falscher Eindruck entsteht, dieses Mal war es kein klarer Punkteplan, bei dem die Kilos nur so purzelten. Es war ein langsames Herantasten und Ausprobieren.

Und wie das oft so ist: Wenn man offen für Neues ist, kommen die richtigen Impulse wie von allein.

Der erste Schritt: 
Die richtige Reihenfolge

Der Beginn waren die Tipps im schon erwähnten Buch „Der Glukose-Trick“ von Jessie Inchauspé. Ich habe die Reihenfolge verändert, in der ich esse und nach einem größeren Essen einen kleinen Spaziergang gemacht.

Wie einfach und wirksam die Veränderungen für mich waren, kannst du hier nachlesen:
Glukose-Trick Erfahrungen: Wie ich meinen Blutzucker in den Wechseljahren stabilisiert habe

Fast wie von selbst habe ich durch den Fokus auf einen stabilen Blutzucker wieder mehr Gemüse gekocht und mein Rezeptrepertoire um neue Gemüse-Hülsenfrüchte-Kombinationen erweitert. Wenn du mich kennst, weißt du, solche neuen Küchenherausforderungen machen mir großen Spaß!

Die Erkenntnis: 
Das Mikrobiom und die Darm-Gehirn-Achse

Als Nächstes machte ich einen kleinen Umweg. Und zwar zu mehr Wissen über das Mikrobiom.

Das Mikrobiom ist wie ein riesiges Ökosystem im Darm, und in diesem inneren Garten arbeiten Billionen winziger Helfer für unser Wohlbefinden. Über die sogenannte Darm-Gehirn-Achse – eine Art biochemische Hochgeschwindigkeits-Autobahn – stehen diese Bakterien in ständigem Kontakt mit unserem Gehirn. Und von da kommen dann weitere Anweisungen für Vorgänge, die ohne unser bewusstes Wissen stattfinden:

  • Immunabwehr
    Rund 80 % unseres Immunsystems sitzen im Darm.
  • Gute Laune & Fokus
    Ein Großteil der Glückshormone (wie z.B. Serotonin) werden in unserem Darm produziert. Sind die Bakterien zufrieden, ist es auch der Kopf.
  • Hormon-Balance 
    Spezielle Bakterien, das sogenannte Östrobolom, helfen dabei, Östrogen zu regulieren. In den Wechseljahren sind sie unsere wichtigsten Verbündeten gegen Brain Fog und Stimmungsschwankungen.

Wie dieses Wissen mein Kochen verändert hat

All dieses neue Wissen hat sich natürlich auch auf mein Kochen ausgewirkt. Denn die Faustregel ist simpel: Unser Mikrobiom liebt Abwechslung! Jede Pflanze, die wir essen, ist Futter für eine andere Bakterienart. Je größer also die Pflanzenvielfalt auf unserem Teller, desto stabiler das Leben in unserem inneren Garten.

Wieder einmal bekam mein Kochen einen kreativen Schub und die Grundfrage, die mich seitdem beschäftigt ist: Wie viele verschiedene Pflanzen passen in ein Gericht, ohne es zu überladen?

Durch die größere Pflanzenvielfalt ist mein Kochen lebendiger geworden. Der Alltag und die Gewohnheit aber sind nicht zu unterschätzen. Daher greife ich immer wieder zur 30-Pflanzen-pro-Woche-Liste aus dem gleichnamigen Buch von Katharina Seiser.

Ein bunter Teller mit Tortellini, vielen grünen Erbsen, Seidentofu und Grünkohl in einer leichten Brühe, bestreut mit Sesam

Es macht mir Spaß, die verschiedenen Pflanzen abzuhaken und durch die Liste wird meine Aufmerksamkeit ganz automatisch auf Nahrungsmittel gelenkt, die mir guttun.

Ich tracke gerne auf Papier – aber es gibt auch Apps, in denen man die Pflanzen, die man isst, einfach abhaken kann.

Falls du auch probieren willst, dein Mikrobiom mit 30 Pflanzen pro Woche zu unterstützen, findest du hier meine Tipps:

30 Pflanzen pro Woche – alles über den einfachen Ernährungstrick mit großer Wirkung

30 Pflanzen pro Woche im Alltag – meine besten Tipps

Mein Fazit: Ein neues Kapitel, viel neuer Geschmack

So herausfordernd die Wechseljahre manchmal auch sein mögen – für mein Kochen waren sie wie ein frischer Wind. Sie haben meine Neugier geweckt, mich mutiger gemacht und den Fokus meiner kulinarischen Kreativität auf mehr Pflanzenvielfalt gelenkt.

Ich liebe es heute mehr denn je, neue Rezepte zu kreieren, Pflanzenfarben zu kombinieren und Texturen zu entdecken, die ich früher glatt übersehen hätte.

Interessanterweise hat die größere Pflanzenvielfalt noch einen ganz anderen Effekt: Fleisch und Fisch sind aus meiner Ernährung nicht verschwunden – ich esse sie immer noch sehr gerne – aber sie sind weniger wichtig geworden. Nicht, weil ich bewusst darauf verzichte, sondern weil auf dem Teller einfach schon so viel anderes Spannendes passiert.

Viele Frauen in der Perimenopause haben zu Recht keine Lust auf Verzicht. Ich verstehe das sehr gut, weil es bei mir genauso ist, aber eines möchte ich dennoch festhalten:

Weniger Fleisch tut mir sehr gut und ich habe dabei nicht das Gefühl, auf etwas zu verzichten.

Für mich bedeutet Ernährung in den Wechseljahren heute vor allem eines: neugierig bleiben, Vielfalt auf den Teller bringen und meinen Körper besser verstehen.

Diese Reise ist für mich persönlich und beruflich bereichernd. Viele der Erkenntnisse, die ich gerade sammle – dieses feine Zusammenspiel aus Genuss, Biologie und Wohlbefinden – fließen ganz intuitiv in meine Arbeit ein. Gleichzeitig bin ich im Hintergrund dabei, dieses Wissen Schritt für Schritt zu bündeln und daraus etwas zu entwickeln, das ich an Frauen im Wechsel weitergeben kann.

Denn ich finde, wir Frauen haben es verdient, die Wechseljahre nicht nur auszuhalten, sondern sie uns richtig gut schmecken zu lassen.

Barbara im Kräutergarten

Hoi, ich bin Barbara

Die Freude am Kochen, der Genuss beim Essen und der respektvolle Umgang mit Nahrungsmitteln begleiten mich schon mein Leben lang.

Ganz egal, ob ich für dich kochen darf, du bei mir Neues lernst oder wir deinen Kochknoten lösen, es ist mir ein großes Anliegen, Kochen und Essen für dich genussvoller und entspannter zu machen.

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