~ Eine persönliche Kolumne, warum Frauen beim Grillfest alles selbst machen und wie echtes Loslassen geht.
„Barbara, ich halt’s nicht mehr aus!“
So beginnt die Sprachnachricht von Paula. Samstag, 16:03 Uhr. Sie steht in der Küche, ist mitten in der Vorbereitung fürs Grillfest vor und ist hörbar sauer.
„Ich hab eingekauft, das Fleisch mariniert, Grillgemüse vorbereitet, Dips gemacht, die Terrasse geputzt und er? Er hat das Gefühl, wir machen das gemeinsam, weil er am Abend am Grill stehen wird!“
Ich muss schmunzeln.
Denn ganz ehrlich? Ich hab das schon sooooo oft gehört.
Der Klassiker – er grillt
Das wär ja prinzipiell super, aber die Wahrheit ist eine andere.
- Du hast entschieden, was gegrillt wird.
- Du hast eingekauft.
- Du hast die Beilagen gemacht.
- Du hast die Getränke eingekühlt.
- Du hast die Kinder bespaßt, während er den Grill anheizt.
Und er? Steht am Abend am Grill, wird gelobt und hat das Gefühl, ihr habt euere Freunde gemeinsam verwöhnt.
Warum das so frustrierend ist? Weil’s unfair ist. Denn er bekommt die Lorbeeren für deinen Aufwand und erkennt oft nicht, wie viel Arbeit du in die Vorbereitung des Abends gesteckt hast.
Es gibt einen Ausweg. Aber der ist nicht, dass du das Grillen auch noch übernimmst. Er ist viel schwieriger, denn der Ausweg ist: echt loslassen.
Was echtes Loslassen beim Grillen bedeutet
Er ist für das Grillen verantwortlich. Komplett. Ich weiß, das klingt auf der einen Seite sehr verlockend, aber ich weiß auch, dass du bei einigen der folgenden Punkte denken wirst: „Das kann nicht funktionieren!“
Aber glaub mir, ich hab echtes Loslassen beim Kochen & Grillen schon oft begleitet. Und ja, ich gebe gerne zu, alle Beteiligten brauchen Zeit, um sich auf die neue Herangehensweise zu gewöhnen, und es wird beim ersten Mal wahrscheinlich nicht perfekt. Aber es zahlt sich aus! Also bitte vertrau mir und lass echt los. Es Funktioniert!
Aber jetzt kommt’s, denn echtes Loslassen beim Grillen bedeutet:
- Er entscheidet mit dir gemeinsam, was auf den Grill kommt.
- Er besorgt das Grillgut.
- Er mariniert - ganz so, wie er will.
- Er übernimmt das Timing, also auch bei Sachen wie auftauen, einlegen, Grill anwerfen, ….
- Er bringt seine Handschrift ein, denn nur so könnt ihr es gemeinsam machen.
Und du? Du darfst dich zurücklehnen. Oder einfach nur das machen, worauf du Lust hast, ohne weiterhin die Fäden zu ziehen.
Aber dann macht er es anders als ich es machen würde!
Ja. Und das ist genau der Punkt. Wenn du ihm wirklich Verantwortung gibst, dann heißt das: Vertrauen in seine Entscheidungen.
Nicht:
„Du grillst, aber ich sag dir, was, wie, wann und mit welcher Marinade.“
Sondern:
„Wir besprechen, wie viele Leute kommen – und du entscheidest, was und wie du grillst.“
Denn nur wenn du ihm vertraust und ihm Platzt machst, hat er die Möglichkeit Verantwortung zu übernehmen.
Willst du lernen, wie du dich in der Küche wirklich entlastest?
Ja, du dich und das ohne schlechtes Gewissen.
Denn nur, wenn du den ersten Schritt machst, können die anderen dir helfen. In einem Küchen-Talk, deinem persönlichen 1:1 mit mir, können wir deine Koch-Frust-Punkte knacken. Kontaktiert mich gerne – ich freu mich auf dich!
Was ich Paula geraten habe
Ich hab ihr gesagt: „Gib ihm die Verantwortung für den Grill. Komplett. Nicht nur das Anzünden. Auch das Planen, Einkaufen, Marinieren, Umsetzen. Und sei ehrlich zu dir. Überleg, was du brauchst, damit es ein entspannter Abend wird. Brauchst du am Nachmittag Ruhe? Traust du dich, weniger Beilagen zu machen? Ist es wirklich notwendig, euren Freunden nachzuschenken oder ist es genauso gut, die Getränke in Weinkühlern auf den Tisch zu stellen?
Paula hat sich beim nächsten Mal getraut. Sie hat echt losgelassen. Und siehe da, er hat übernommen und war richtig glücklich dabei. Und sie? War vorher zwar supernervös, aber hatte dann das entspannteste Grillfest seit Jahren.
Mein Fazit zur Vorbereitung fürs Grillfest
Es geht nicht um ihn, es geht um dich. Und, ganz wichtig, es geht immer auch mit weniger.
Es geht darum, dass Verantwortung und Gestaltungsspielraum zusammengehören. Es geht darum, dass eure Freunde kommen, weil sie Zeit mit euch verbringen wollen.
Wenn du etwas ändern willst, dann ist es wichtig, echte Gespräche zu führen. Nicht nur sagen-was-du-geplant-hast, sondern gemeinsam überlegen:
- Was braucht es wirklich?
- Wer macht was?
- Warum laden wir ein?
Das fühlt sich beim ersten Mal sehr ungewohnt an. Aber genau da liegt das Wachstum.
Für euch beide. 💛
Liebe Grüße & viel Spaß beim Grillen
Barbara